Es wird mal wieder Zeit für einen kleinen Rennbericht!

Vergangenes Wochenende fand im Zuge der Erzberg Adventure Days zum 3. mal auch ein Dirtrun, der sogenannte Rock@Man bzw. Rock@Woman statt. Zusammen mit meinem TS Fitness Obstacle Course Run Team sind wir beim Kurzstreckenbewerb welcher mit 8km+ angegeben war gestartet.

Facts zum Event:

Wie bereits gesagt, fand der Dirtrun zum 3. mal statt. Die Erzberg Adventure Days selbst beinhalten jedoch noch viel mehr Bewerbe, welche auf 2 Wochenenden aufgeteilt sind. Neben dem Rock@Man und Rock@Woman gibt es noch den Run & Nordic-Walk, den MinCell Iron Sprint, die MTB-Challenge und den Climb&Glide.
Da es bei meinem Bericht um den Dirtrun geht, gehe ich auf die anderen nicht näher ein, wen das interessiert, der kann sich gerne über die Verlinkungen genauer informieren.

Beim Dirtrun gab es 3 verschiedene Distanzen mit einigen Hindernissen.

  • 8km+ – 36 Hindernisse
  • 16km+ - 45 Hindernisse
  • 24km+ - 56 Hindernisse

Die jeweils längere Distanz macht dabei alle Hindernisse der kürzeren Distanzen plus ein paar Zusätzliche. Gesagt werden sollte allerdings, dass nicht jedes Hindernis als ein solches zu bewerten ist. Es gibt auch Hindernisse die eher als „Hotspots“ bezeichnet werden können, wie Beispielsweise ein Lauf entlang der sogenannten „Badewanne“ (einem See) mit schöner Aussicht oder durch ein kurzes Waldstück, genannt „Zipflwald“ usw. Das sind markante Teilstücke, aber nicht unbedingt Hindernisse.

Hier ein kleiner Überblick über die Strecken und Hindernisse:

Raceday:

Bereits ca. 1 Woche vorher, bekamen wir eine Mail mit allen wichtigen Infos für Teilnehmer UND Zuschauer. Von der Anreise, über Shuttle Busse für Zuschauer zu den Hindernishotspots, Strecke und Hindernis Lageplan uvm.
"Wir" bedeutete diesmal ein riesiges Team an TS Fitness Startern. Darunter meine Sportskanone von Frau, einige meiner Teilnehmer meines OCR Kurses und von anderen Gruppenkursen. Gesamt gingen wir mit 2 gemeldeten TS Fitness Teams zu je 4 Läufer und noch 4 Einzelstarter an den Start.

Angekommen begaben wir uns auf einen ca. 5minütigen Fußmarsch hinunter zum Start/Ziel Bereich. Nach kurzer Orientierung fanden wir sehr schnell alles was wir benötigten. Hier muss ich nun meiner Berichterstattung ein wenig vorgreifen um die Gegebenheiten besser erklären zu können:

Gestartet wird in Blöcken zu je 50 Teilnehmer. Sehr toll fand ich hierbei, dass man sich nicht nur für eine Blocknummer anmelden konnte/musste, sondern dabei auch direkt für eine StartZEIT angemeldet wurde. Das heißt, man muss nicht schon zu Beginn um 10 Uhr parat stehen um auch ja einen guten Platz im Startblock zu bekommen. NEIN! Man geht 10min vor seiner Startzeit in den Warmup Bereich und kommt dort auch nur dann hinein, wenn man für diesen Block angemeldet ist. Dies wird nach Startnummer kontrolliert. Dadurch gibt es kein Gedränge und Geschubse und auch keine Warterei!

Dies hatte nun zur Folge, dass es weder bei Startnummernausgabe, noch bei Rucksackabgabe oder bei den WC’s zu langem Stau kam. Meiner Meinung nach, ist das eines der klügsten Schachzüge die ein Veranstalter überhaupt machen kann!!

Wir hatten nun unsere Startnummern, welche es diesmal erstmalig als Stoffschleife anstelle eines Papiers gab. Die meisten benutzten sie als Stirnband, was bei mir aufgrund meiner GoPro nicht möglich war. Daher wickelte ich sie um meinen Oberarm.

Da unsere Teams sich nicht zeitgleich angemeldet hatten, waren wir auch unterschiedlichen Startblöcken zugeteilt. Meine Frau, ein Teilnehmer meines OCR Kurses Andi und Ich, starteten um 11:40Uhr. Also begaben wir uns um 11:30 in die Warmup Zone und begannen uns unter Anleitung eines Trainers auf der Bühne aufzuwärmen. Wenige Minuten später wurde der Startbereich freigegeben. Der Zutritt zu selbigem war selbstverständlich auch schon ein kleines Hindernis. Wir mussten durch einen LKW Reifen durchsteigen.

Startschuss!

Wir und knapp 50 weitere Teilnehmer geben Gas und laufen los. Erstes Hindernis bereits nach wenigen Metern, die Überquerung von 2 sogenannten Haulys. Das sind für den Bergbau übliche Fahrzeuge. Hier auf dem Foto sieht man wie groß diese sind:


36 Hindernisse bedeutet natürlich auch, dass auf 8km nicht sehr lange Laufstrecken zwischen den Hindernissen zu bewältigen sind. Also waren wir schnell beim nächsten und für viele eines des schwierigsten Hindernis, 90m unter Stacheldraht hindurch kriechen. Dem Regen der vergangenen Tage geschuldet, war aus dem dort liegenden Sand eine ziemliche Gatschpartie geworden. Als machte der „DIRTrun“ bereits jetzt seinem Namen alle Ehre 😉.

Danach ging es wieder nur einige 100m weiter bis eine ganze Horde an kleinen Hindernissen folgte. Wir mussten hier auf Mauern klettern, über gefüllte Baggerschaufeln laufen, durch kleine Waggons und diverse Röhren durchklettern, rutschen und kriechen, einen Container mithilfe eines Seils hinaufklettern, weiter über Stangen balancieren und einen Haulyreifenstapel besteigen. Bereits hier wartete erstmal unser mitangereister Fanclub und Getränkehelfer, bestehend aus meiner Mama und meiner (leider nicht mehr ganz so kleinen tongue-out) Tochter die selbst am liebsten mitgemacht hätte.

Nun wieder eine kurze Laufstrecke bis wir zum gefürchtetsten Hindernis kamen. Der „Wasserleitung“. Ein ca. 180m langer Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 95% und einer maximalen Steigung von unglaublichen 97%. Ich muss sagen, hier hatten wir alle ganz schön zu kämpfen. Die Strecke war schottrig, was bedeutete man muss aufpassen wo man hin steigt und teilweise große/hohe Tritte überwinden.

Hat man dieses Hindernis geschafft, wartete zum Leidwesen vieler Teilnehmer leider keine Labestation auf uns. Hilft nix, kurz durchschnaufen und locker weiterlaufen zum nächsten Hindernis, welches nur wenige Meter entfernt war. Eine kleine Runde über Hügel und durch Pfützen mit einem Sandsack auf den Schultern. Dieser sollte angeblich 45kg für Männer und 35kg für Frauen haben, was ich jedoch bezweifle. Rein nach Gefühl hätte ich auf 25kg und 20kg getippt. Aber egal.

Auf zum nächsten Hindernis. Jetzt wird’s richtig gatschig!
Der Weg zum Eliassee konnte nicht nur gelaufen werden, sondern musste auch gleich durch das braunste aller braunen Gewässer durchschwommen werden. Eigentlich eine herrliche Abkühlung! Spätestens wenn man aus dem Wasser raus kommt und über einen Gatschhügel klettern muss, zeigt sich, dass es eine gute Entscheidung war, Trailrunning Schuhe zu kaufen^^.

Beim Eliassee angekommen hieß das Hindernis nun „Inselhüpfen“. Dabei mussten kleine Inseln, bestehend aus diesen viereckigen Plastikteilen, welche man auch oft an Seen als Steg oder Inseln findet, überwunden werden. Immer 4 dieser Plastikteile waren zusammengesteckt und sollten, so der Gedanke dahinter, laufend und hüpfend bewältigt werden. Hier zeigte sich jedoch abgesehen von der Labestation nach der Wasserleitung, die einzige Organisatorische Schwäche des Events. Stau! Von hüpfen konnte keine Rede sein. Man musste von Insel zu Insel rüber rutschen und wieder warten bis es weiter ging. Einige wollten nicht warten und gingen einfach vorbei, was an Unsportlichkeit sondergleichen grenzt! Meiner Meinung nach gehören diese Personen disqualifiziert! Eine Strafrunde gibt es zwar für nicht bewältigte Hindernisse, jedoch ist diese nur dafür gedacht wer ein Hindernis nicht SCHAFFT. Es einfach nicht zu machen, weil man nicht warten will ist für mich nur ein DISQ Grund!
Daher mein Tipp an den Veranstalter… Nächstes Jahr 2 oder 3 dieser Inselbahnen aufstellen und einen Mitarbeiter dort hinstellen, welcher diese unsportlichen Teilnehmer aufschreibt bzw. auf eine Disqualifikation hinweist.

Nach dieser herrlichen Abkühlung ging es weiter zur ersten Labestation. Sehr nette Helfer und gut gefüllte Tische mit Wasser, ISO von Diesel Sport und Bananen warteten hier auf uns.

Nach einer kurzen Stärkung ging es weiter zu den nächsten Hindernissen. Wieder direkt 4 hintereinander.
Zuerst ging es durch einen Tunnel aus Haulyreifen wo auch direkt eine Kamera des ORF beim Ausgang auf mich wartete wodurch ich in Steiermark heute kurz zu sehen war^^

Weiter nach rechts musste man wieder einen Haulyreifenstapel erklimmen und über mehrere Stapel hinweglaufen. Mein Gedanke beim darüber laufen „Da jetzt reinfallen wär irgendwie auch blöd!“
Danach galt es 2 Mauern zu überwinden, was relativ einfach war, da zur Hilfe Stangen in die Mauern gesteckt wurden. Die erste Mauer war eine gegossene Mauer, die zweite war eine mehr oder weniger natürliche Steinmauer.

Vorbei bei einer Fotografin bei der dieses wunderschöne Foto von mir und meiner Frau entstand,


ging es eine Steigung bergauf, bei welcher man zur Hilfe eine Kette nehmen konnte. Oben angekommen warteten wieder unsere Helfer mit Wasser und Cola um uns ein wenig zu erfrischen. Dies nahmen wir dankend an und begaben uns weiter ins Abenteuer!

Nach einer kurzen Laufstrecke mit traumhaftem Ausblick auf Berge und Seen, ging es zum Hangelhindernis. Seit ich letztes Jahr beim Grazathlon beim Hangeln versagt hatte, war es mir dieses Jahr auch bereits beim Grazathlon sehr wichtig, diese Art von Hindernissen zu bewältigen. Und das gelang mir mit Leichtigkeit laughing
Besonders stolz bin ich auch auf meine Frau, die ebenfalls das Hangelhindernis mit Bravour gemeistert hat. Nachdem auch Andi noch locker und trocken auf der anderen Seite ankam ging es wieder weiter.

Eine kurze Laufpassage ging bergab. Aber was man bergab läuft muss man doch bestimmt wieder rauf laufen, oder? KLAR DOCH^^
Schottrig ging es kurz darauf wieder sehr steil bergauf. Zuerst mit großen Steinen unter den Füßen, wurden die Steine bald zu feinem Schotter und dadurch schwieriger zu besteigen.

Aber uns hält heute nichts auf. Also weiter! Auf halber Strecke zum nächsten Hindernis, wartete ein letztes Mal unser Fanclub mit Getränken auf uns.

DANKE an dieser Stelle an euch Zwei!

Beim nächsten Hindernis ließen wir unsere Muskeln spielen. Es galt schwere SUV bzw. LKW Reifen an einer Kette einen Steilhang hochziehen. Mit einem Fuß in den Stahlträger gestemmt und ziehen aus dem Rücken war auch dieses Hindernis schnell von uns allen Dreien bewältigt und wir liefen durch ein kurzes Waldstück, genannt Zipferlwald. Anschließend musste man knapp 500m auf alten Gleisen laufen. An und für sich nichts schwieriges, aber man kam ganz einfach aus dem Takt und konnte nicht seine eigene Schrittlänge laufen.

Am Ende dieser Strecke wartete wieder eine Labestation und auf mich ein Interview mit dem ORF. Jeder der mich kennt weiß, ich rede gern und viel. Aber vom ORF interviewt zu werden war dann doch irgendwie so überraschend, dass ich kaum was „sendenswertes“ rauskam. Daher war ich damit natürlich auch nicht in Steiermark heute zu sehen^^ 

Nachdem wir uns alle gestärkt hatten, ging es ab IN den Berg. Knapp 1km mussten wir unterirdisch bewältigen. Durch einen alten Stollen über Gleise bei wenig Licht und ganz schön niedrigen Temperaturen liefen wir dem Ziel wieder etwas entgegen. Andi, der eigentlich eher ein „Winter Warrior“ ist und ordentlich mit den Temperaturen zu kämpfen hatte, fühlte sich pudelwohl während ich mich schon wieder nach der Hitze sehnte.

Hier ein kleiner Screenshot davon aus meinem Action Cam Video:


Draußen angekommen und ein paar Meter über ein Steilstück mit Seilhilfe hochgeklettert, stand ein Streckenposten und sagte mir, dass es nur mehr diese kommenden paar Hindernisse gibt und es anschließend nur mehr ca. 3km bis ins Ziel sind.
Einerseits dachte ich mir „Cool, wir sind schon weit“, andererseits „Schade, schon bald vorbei“.
Sei es wie es ist und weiter geht’s!

Erneut mussten wir durch ein kleines Waldstück wo am Ende ein ausgelassener Wassertank auf uns wartete. Über eine Strickleiter konnte man in diesen hineinsteigen, oder wie ich es gemacht habe, man springt einfach hinein. Am Rand war der Tank in etwa 2 – 2,5m tief, also durchaus kein Problem.

Auf der anderen Seite des Tanks musste man wieder hinausklettern. Hier jedoch ohne Leiter. Nachdem ich einigen Teilnehmern und auch meinen Teamkollegen mittels Räuberleiter hochgeholfen hatte, kletterte ich hoch. Da ich mir das Ziel gesetzt hatte, alle Hindernisse ohne fremde Hilfe zu schaffen gesetzt habe, versuchte ich dies und war überraschend einfach und schnell wieder raus aus dem Tank.

Anschließend noch eine kleine Ruine erklimmen und es ging wieder abwärts in Richtung Ziel.

Auf dem Weg den Berg hinab, ging es immer wieder durch kleine Waldstücke über Stock und Stein und einmal musste kurz ein Gebäude durchquert werden, welches gefüllt war mit Autoreifen.

Nach ca. 2,5km Laufstrecke kamen wir wieder zum Eventgelände zurück und mussten im Festzelt ein „Angsthindernis“ für viele Teilnehmer bewältigen. Seilklettern! Da ich mir die richtige Technik angeeignet habe, konnte ich auch dieses letzte „echte“ Hindernis noch bewältigen. Wieder sehr stolz bin ich auf meine Frau. Auch sie hat es geschafft die Glocke am Ende des Seils zu läuten! Wahnsinn!!! #proudasf***

Das letzte „echte“ Hindernis ist geschafft und wir begeben uns hinter das Festzelt zum letzten „Hindernis“, eine Wasserrutsche! Noch einmal schön nass werden und ab geht’s die letzten Meter bis zum Ziel! Dort warteten neben einem Fotografen, der jeden Finisher bzw. jedes Finisherteam einzeln nochmal ablichtete unsere wohlverdienten Medaillen, Red Bull, Wasser und Obst!

    

FAZIT:

Wie Eingangs bereits gesagt, konnte ich noch kein Event erkunden, welches besser und reibungsloser organisiert ist. Klitzekleine Verbesserungen, wie eine Labe nach der Wasserleitung oder mehr Reihen für’s Inselhüpfen, sind Kleinigkeiten und mindern auf keinen Fall den riesen Spaß an diesem Bewerb. Ich bin nächstes Jahr zu 110% wieder dabei. Da die 8km+, welche lt. meiner Garmin Fenix3 eigentlich 9,5km waren, für mich nicht wirklich Herausfordernd waren, werde ich mich nächstes Jahr direkt der „Königsdisziplin“ des Erzbergs, den 24km+ Dirtrun stellen. Puhhh… da hab ich mir jetzt ein Ziel gesteckt, aber ich kann es kaum erwarten!

Großes Kompliment an den Veranstalter und gratuliere ALLEN Finishern in allen Bewerben!
Zu guter letzt noch mein Action Cam Video! Viel Spaß beim anschauen ;)