"Laufen macht die Knie kaputt! Laufen auf Asphalt ist nicht gut für die Gelenke! Läufer machen sich alle ihren Körper kaputt! Laufen ist einfach nicht gesund!"

Immer wieder hört man solche Aussagen. Und sie haben teilweise Recht! Ja ihr lest richtig! Sie haben Recht.
Emil Zatopek hat beim Trim Trab Auftakt 1976 gesagt „Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft“. Also sollte Laufen eigentlich das natürlichste auf der Welt sein. Wieso sag ich dann dass diese Aussagen stimmen? Ganz einfach… Wir haben das richtige Laufen durch unseren heutigen „modernen“ Lebensstil einfach nur verlernt!

Der Mensch hat sich zwar intellektuell sehr schnell weiterentwickelt, aber körperlich sind wir immer noch sehr nah an unseren Vorfahren die täglich rund 40km laufen mussten nur um genügend Nahrung zum Überleben zu finden. Aber Hand aufs Herz, wer von euch läuft täglich einen Marathon? Wir stehen in der Früh auf, setzten uns zum Kaffee erstmal hin, steigen ins Auto und fahren sitzend ins Büro, sitzen den ganzen Tag vorm PC, kommen heim und legen uns auf die Couch weil wir vom sitzen so KO sind. Selbst diejenigen unter euch die regelmäßig laufen, verbringen noch sehr viel Zeit im Sitzen.

Wir können uns also ganz gut darauf einigen, dass Laufen nicht mehr zu unserer „natürlichen“ Fortbewegungsmethode zählt. Laufen ist daher noch mehr denn je eine hohe körperliche Belastung. Wenn man jetzt auch noch auf unbedachte Art und Weise seine Runden läuft, sind oben genannte Aussagen vollkommen richtig!

Also was sind nun die großen Vorteile seinen Laufstil anzupassen?

  • Verletzungs- und Schmerzfrei Laufen

Jeder ambitionierte Läufer hat mal das eine oder andere „Wehwechen“. Mit dem
richtigen Laufstil ist es nun möglich ab sofort schmerzfrei und gesund zu Laufen.

  • Leistungssteigerung

Nur mit dem richtigen Laufstil ist es auch wirklich möglich das Optimum aus seinem
Körper herauszuholen und seine Leistung deutlich zu verbessern.

  • Abwechslung im Training

Immer nur Laufen hier und Laufen da. Das wird schnell mal fade. Mit ein wenig
Abwechslung im Training bleibt auch die Motivation länger aufrecht. Und genau
das werdet ihr haben, wenn ihr gezielt euren Laufstil anpasst und erarbeitet.

 

Lange genug über das „WARUM“ gesprochen. Jetzt kommt das „WIE“!

Zur Ausgangs- Fortschrittsanalyse wäre es sehr ratsam einen Freund zu bitten dich einmal von der Seite, von vorne und von hinten beim Laufen zu filmen.
Ein kurzer Film vom perfekten Laufstil des Läufers Haile Gebrselassie könnt ihr euch hier schonmal ansehen:


Abgesehen von der Beinarbeit, ist auch die Armarbeit und die Haltung des Oberkörpers und Kopfes ein wichtiger Faktor beim Laufen.

Aber beginnen wir erstmal mit den Beinen

Mir gefällt hierzu ganz gut das 4-Punkte Modell von Dr. Matthias Marquart aus seinem Buch „Die Laufbibel“. Nebenbei ein wunderbares Buch, das in keinem Bücherregal eines Läufers Fehlen soll. Hier erhältlich >> Die Laufbibel - Dr. Matthias Marquart <<
Bei diesem Modell wird die Abfolge des Laufens in 4 einzelne Punkte eingeteilt.




Fußaufsatz

Der Fuß wird dabei flach ganz leicht auf der Außenkante des Fußes und nur sehr knapp vor dem Körper mit leicht gebeugtem Knie aufgesetzt.
Dadurch hat man durch das Sprunggelenk, die Fußwölbung, eine gewisse Vorspannung in der Wadenmuskulatur und der Oberschenkelmuskulatur eine Dämpfung. Klingt doch genial? Oder? Ist es auch! Das ist der erste Schritt um den Großteil der Belastungen auf unsere Gelenke zu minimieren.
* © Dr. Matthias Marquart, Das Laufbuch, spomedis GmbH, 15. Auflage 2015