Je näher wir dem Jahreswechsel sind, desto weniger Zeit schenkt uns die Sonne für unsere sportlichen Aktivitäten im Freien und wir stehen im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Aber es gibt kaum etwas entspannenderes, als durch die Stille der Nacht zu laufen, oben der Sternenhimmel, unten ein kleiner Lichtkegel der dir gerade so viel zeigt, damit du weißt wo du lang läufst. Keine Ablenkungen, nur du und der Weg.

Jetzt gibt es dafür eine riesen Auswahl an Stirnlampen am Markt von vielen verschiedenen Anbietern, wie Black Diamond oder Ledlenser und viele andere. Von billig bis teuer ist alles dabei. Aber keine konnte mich wirklich überzeugen. Denn entweder waren sie schwer, hatten eine schlechte Leuchtkraft, kein Rücklicht um gut gesehen zu werden, waren unbequem oder mehrere dieser Probleme auf einmal.

Deshalb habe ich mich letztes Jahr umgesehen und nach Alternativen gesucht. Bei der Startsackerlabholung zum Graz Marathon 2015 stand dann plötzlich jemand da, mit der Lösung aller meiner (Licht)Probleme! Es war einer der Gründer des zu 100% österreichischen Start-Ups „Luma Enlite“ und präsentierte ihre Innovation die „Luma Active“ Haube bzw. Stirnband.

 

Luma Active

Die erste hochwertige Haube mit integrierter Stirnlampe

 

Dabei handelt es sich um eine hochwertig verarbeitete Kopfbedeckung mit integriertem LED-System. Zuhause habe ich dann so sehr davon geschwärmt, dass ich zum Geburtstag im März eine Haube und ein Stirnband geschenkt bekommen habe. Da die Tage nun aber schon wieder länger wurden, hatte ich erst jetzt wieder die Möglichkeit diese ausführlich zu testen. Jetzt habe ich genügend Nachtläufe gemacht um euch einen guten Eindruck über die Luma geben zu können.

Zuerst werde ich euch mal die einzelnen Komponenten der Luma Active näher bringen und danach meine Erfahrungen beim Laufen.

Die Haube / das Stirnband

Der Stoff besteht laut Hersteller aus 80% Polamid micro und 20% Elastan. Wenn man nicht gerade mit Stoffen arbeitet, sagt den meisten das natürlich genau so wenig wie mir.
Was ich euch aber sagen kann ist, dass der Stoff sich wirklich sehr angenehm auf der Haut anfühlt und von der Verarbeitung her durchwegs hochwertig wirkt. Direkt nach dem Aufsetzen des Produkts merkt man wie angenehm auch der Schnitt ist. Die Wärmewirkung überzeugte mich für die kalte Jahreszeit auch. Selbst bei einem Lauf mit -8° vor ein paar Wochen, hatte ich von Beginn an keinerlei Probleme mit der Kälte. Des Weiteren wirbt der Hersteller auch noch damit, dass der Stoff UV-Beständig und zu 100% made in Austria ist.

Man kann also zusammengefasst sagen, dass die Luma Active nur von der Kopfbedeckung selbst schon mal sehr gut abgeschnitten hat in Funktionalität, Tragekomfort und Verarbeitung.

Das LED-System

Das LED System besteht nun aus zwei mit einem Kabel verbundenen Teile. Der vordere Teil hat 2 weiße LED’s. Eine zeigt leicht nach unten, die andere gerade aus. Der hintere Teil ist der größere Hauptteil. Er beinhaltet den Akku, die Steuerung und 4 rote LED’s.
Die weißen LED’s haben eine Leuchtkraft von bis zu 122 Lumen, was laut Hersteller einer Leuchtweite von 30m entspricht. Der Akku hat eine Leistung von 1.100mAh und kann über ein simples Micro-USB Kabel geladen werden. Ladedauer bei leerem Akku sind maximal 3 Stunden.
Das komplette LED-System wiegt gerade mal 40g und ist daher kaum merkbar. Das Stirnband wiegt samt LED System nur 72g, mit Haube ein paar Gramm mehr. Zum besseren Vergleich... Das Samsung Galaxy S7 hat ein Gewicht von 157g bzw. das iPhone 7 hat 138g. Also kann man sagen dass die Luma wirklich sehr leicht ist. Des Weiteren kann das LED-System auch zwischen den Produkten gewechselt werden. Man benötigt daher eigentlich nur 1 LED-System, und kann diese in all seinen Luma Active Produkten, egal ob Haube oder Stirnband in welcher Farbe auch immer, verwenden.

Auch im Regen ist das LED-System verwendbar durch die IPX4 Zertifizierung. Das bedeutet geschützt gegen Spritzwasser.

Funktionen und Bedienung

Alle Funktionen können über nur einen einzigen Knopf am hinteren Teil des LED-Systems gesteuert werden.

Schalten wir das LED-System erstmal ein. Dazu einfach für 2 Sekunden auf dem Knopf bleiben. Jetzt  ist die 1. Leuchtstufe vorne und die roten Rücklichter eingeschalten. Bei der 1. Leuchtstufe ist nur die untere LED aktiviert. Drückt man ein bzw. zwei weitere male auf den Knopf schaltet man auf die 2. und 3. Leuchtstufe um. Bei Stufe 2 leuchtet ebenfalls nur die untere LED, jedoch diesmal etwas heller. Bei der 3. Stufe wird nun das „Fernlicht“, die obere LED, hinzugeschaltet. Ein weiterer Druck auf den Knopf schaltet wieder zurück auf Stufe 1.

Beginnen während dem Betrieb die LED’s plötzlich kurz zu blinken, bedeutet dies dass der Akku schwach wird. Dauert die Aktivität aber noch länger ist die Luma sogar schlau genug und schaltet automatisch auf Stufe 1 zurück. Ich bin danach letztens noch in etwa eine halbe Stunde weiter gelaufen, habe teilweise sogar wieder auf Stufe 2 hochgeschalten, ohne dass der Akku komplett den Geist aufgegeben hätte. Man hat also noch genügend Zeit bevor uns die Luma im Stich lässt.

Jetzt gibt es noch das Rücklicht. Ein für mich sehr wichtiges Element für die Sicherheit wenn man auch mal auf Straßen fernab der Städte laufen will ganz ohne Beleuchtung durch Straßenlaternen. Mit dem Rücklicht ist man auch hierbei immer auf der sicheren Seite.
Die erste Funktion des Rücklichtes ist schon beim Einschalten bemerkbar. Wie bereits erwähnt gibt es 4 rote LED’s. Beim Einschalten leuchten jetzt kurz je nach Akkustand 1, 2, 3 oder 4 LED’s auf bevor sich alle aktivieren. 4 LED’s bedeutet dass der Akku noch voll ist, und 1 LED bedeutet dass man lieber aufladen sollte bevor man Laufen geht.

Aber auch hinten gibt es drei verschiedene Leuchtfunktionen. Einerseits kann man das Rücklicht durchgehend leuchten lassen, man lässt es blinken oder schaltet es komplett aus wenn man Akku sparen will. Um zwischen diesen Funktionen umzuschalten muss man nur bei laufenden Betrieb für ca. 1 Sekunde auf den Knopf drücken. Die vorderen LED’s blinken kurz auf um zu signalisieren dass die Rücklichter umgeschaltet wurden. Hat man eine Funktion eingestellt, wird diese gespeichert. Das bedeutet dass beim nächsten einschalten die zuletzt verwendete Einstellung aktiv ist.

Ausgeschaltet wird die Luma ganz einfach wieder indem man für 2 Sekunden auf dem Knopf bleibt.

Ein- und Ausbau des LED-Systems

Natürlich muss man die Luma auch waschen können. Dafür muss das LED-System ausgebaut werden können. Das ist eigentlich sehr einfach und in nicht mal einer Minute passiert. Ich könnte euch das jetzt haarklein erklären und ihr würdet keine Ahnung haben wenn ihr nicht selbst eine Luma vor euch liegen habt. Deshalb hier zwei Videos vom Hersteller für den Ein- und Ausbau:

Ausbau des LED Systems

Einbau des LED Systems

 

Erfahrungen unterwegs

Nagut…. Jetzt habe ich lang und breit über die Luma Active selbst geredet. Jetzt kommen meine Erfahrungsberichte im Einsatz.

Wie bereits gesagt ist sie sehr angenehm zu tragen. Hat man die richtige Größe, rutscht nichts und passt sich perfekt dem Kopf an.
Ich habe sie getestet auf Straßen, Schotterwegen und auch im Wald. Die 3 Leuchtstufen sind für alle Verhältnisse passend. 

Stufe 1

Auf Stufe 1 ist ein Lichtkegel mit einem Durchmesser von geschätzt 3-5m sichtbar. Bei normaler Kopfhaltung endet der Lichtkegel knapp vor den eigenen Füßen, was ungefähr dem unteren Blickrand entspricht. Gerade in der Dämmerung oder auf Straßen mit ein paar wenigen Lichtquellen ist Stufe 1 absolut ausreichend. Die Leuchtkraft ist hier zwar noch relativ schwach, aber solange noch geringe Lichtquellen aus der Umgebung mithelfen, absolut ausreichend.

Stufe 2

Jetzt laufe ich über Schotterwege zwischen den heimischen Äckern durch und es wird immer dunkler. Wenn ich jetzt auf Stufe 2 schalte, merkt man sofort eine sehr viel bessere Leuchtkraft. Die Unebenheiten auf dem Schotterweg sind dadurch deutlich sichtbarer. Auch um ein paar wenige Meter weiter kann man nun sehen. Die vom Hersteller angegebenen 8m sind nicht ganz unrealistisch, aber gut ausgeleuchtet würde ich auf 6-7m schätzen. Auf 8m ist der Lichtkegel zwar noch leicht erkennbar, aber nicht mehr wirklich ausgeleuchtet. Für laufen auf Schotterwegen mit wenigen großen Hindernissen und bei Mondschein ist Stufe 2 aber auf jeden Fall passend. 

Stufe 3

Jetzt geht’s ab durch den Wald. Viele Hindernisse, keine Lichtquellen durch Häuser, Autos oder Mond. Bei lockeren Läufen oder bei akutem Akkunotstand reicht hier immer noch Stufe 2 um nicht in Pfützen zu steigen oder über Wurzeln zu stolpern. Will man aber etwas schneller Laufen, oder hat generell ein hohes Trainingstempo, kommt nun unser Fernlicht zum Einsatz. Die Leuchtkraft verdoppelt sich in etwa und auch die Distanz wird um einiges erweitert. Laut Hersteller soll die Leuchtweite nun bis zu 30m betragen. Bei absoluter Dunkelheit kann ich jetzt auch wirklich noch sehr weit entfernte Bäume erkennen. Zwar nur mehr schwach, aber die 30m sind denke ich realistisch was die absolute Reichweite betrifft. Aber schwach beleuchtete Bäume in der Ferne sind natürlich beim Laufen jetzt eher irrelevant. Relevant ist eher wie weit man nun sehr gut den Boden erkennen kann. Bei normaler Kopfhaltung leuchtet die obere LED relativ gerade aus, wodurch auch die große Reichweite ermöglicht wird. Dadurch ist auf dem Boden nun hauptsächlich der untere Halbkreis des Lichtkegels erkennbar. Dieser verschmilzt zu einem großen Ganzen mit dem Lichtkegel der unteren LED. Mit Schritten abgezählt habe ich nun versucht zu schätzen wie weit der Boden hell genug ausgeleuchtet ist um die Hindernisse noch problemlos erkennen zu können. Dahinter ist der Boden zwar noch immer erkennbar, also die Leuchtweite ist durchaus noch weiter, aber wirklich sehr gut erkennbar ist alles bis hin zu ca. 20m.
Auch bei hohem Tempo hat mir diese Distanz bisher immer gereicht. Sogar kurze Sprints im Wald mit unter 4min/km waren dabei kein Problem.
Auch praktisch ist die Stufe 3 um entgegenfahrende Autofahrer darauf aufmerksam zu machen das man auch bei Fußgängern das Fernlicht abschaltet ;-) Ich weiß nicht wie es euch so geht, aber ich hasse es wenn ein Auto entgegenkommt und nicht abblendet. Sobald ich dann selbst Stufe 3 hinauf schalte, bemerken die meisten ihren Fehler und blenden ab.

Akkudauer

Hierzu gibt es natürlich vom Hersteller gemessene Werte, aber diese beziehen sich jeweils auf eine bestimmte Leuchtstufe. Aber im realen Leben läuft niemand immer nur mit Stufe 1, 2 oder 3 sondern variiert je nach Lichtverhältnissen.
In der Praxis war es nun meist so, dass ich in etwa 4-7 Stunden laufen kann bis ich den Akku wieder aufladen muss. Das hängt jetzt natürlich ab ob ich viel im Wald unterwegs war und deshalb oft Stufe 3 gebraucht habe, oder ob ich hauptsächlich auf der Straße war und nur Stufe 1 und 2 benötigte. Das Rücklicht ist dabei immer auf blinken geschaltet. Würden diese durchgehend leuchten, denke ich würde die Akkuleistung dann noch ein klein wenig darunter leiden.
Laut Hersteller reicht Stufe 3 jedenfalls für mindestens 2h45min und sollte somit die meisten Longruns aushalten, es sei denn man ist ein Ultra Marathon Läufer und hat Trainingsläufe von 5-6 Stunden vor sich. Dann sollte man sich wohl doch eher ein Reserve LED-System mitnehmen.

Mein Fazit 

Leuchtkraft

Die Leuchtkraft ist absolut ausreichend, könnte aber vielleicht noch ein klein wenig verstärkt werden um auch den Fahrradsektor abdecken zu können. Dadurch müsste man zwar vermutlich mit mehr Gewicht rechnen und einer größeren LED Einheit, aber da das LED-System so leicht ist, denke ich sind ein paar Gramm mehr sicher auch noch lange kein Problem. So könnte man eine „stärkere“ Variante als Alternative anbieten die sogar fürs Fahrradfahren geeignet sein könnte, da man hier ja doch etwas weiter sehen muss aufgrund der höheren Geschwindigkeit.
Note: 1,8

Akkuleistung

Die Akkuleistung ist meiner Meinung nach in Ordnung. Auf Stufe 1 und 2 kann man wirklich sehr lange laufen bis man in Akkunot gerät. Und wenn man wirklich lange unterwegs ist, wie zum Beispiel auf einer mehrtätigen Nachtwanderung, denke ich kann man sicher mit einer Powerbank gut aushelfen. Einen Langzeittest über die Akkuleistung nach vielen Ladezyklen konnte ich bisher noch nicht machen, werde meinen Bericht dahingehend aber korrigieren sollte es hierbei starke Probleme geben.
Note: 1,5

Tragekomfort

Ich glaube ich habe schon mehrfach erwähnt dass das Tragegefühl wirklich toll ist. Das Material ist angenehm weich auf der Haut und der Schnitt ist perfekt. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern!
Note: 1

Preis/Leistungsverhältnis

Zugegeben. Mit 129€ für die Haube inkl. LED-System bzw. 119€ für das Stirnband inkl. LED System ist die Luma Active kein Schnäppchen. Wenn man nur Wert auf Funktionalität legt, ist sie vielleicht zu teuer und man greift lieber zu einer starken Stirnlampe und nimmt die Komfortprobleme in kauf. Wenn man aber auch Wert auf Qualität und Komfort legt und darauf das es nicht irgendwo in China sondern in Österreich hergestellt wird, finde ich den Preis angemessen. Die Qualität stimmt zu 100% und ein heimisches Start-Up unterstütze ich dann sehr gerne. Außerdem ist der teuerste Teil der Luma Active mit 89€ das LED-System und das muss theoretisch nur einmal gekauft werden, da man es ja von Haube auf Stirnband problemlos wechseln kann.
Note: 1,5

Gesamteindruck

Mein Gesamteindruck ist durchwegs sehr positiv. Man hat eine sehr gute funktionelle Kopfbedeckung für die kalte Jahreszeit mit der man auch bei Nacht nie im dunkeln steht. Man spürt weder unangenehme Druckstellen aufgrund der Kopfbedeckung selbst noch merkt man irgendetwas von der verbauten Lichteinheit. Wenn man jetzt noch eine Kollektion für den Sommer, welche soweit ich weiß bereits in Planung ist ;) und eine stärkere Variante mit noch mehr Licht- und Akkuleistung auf den Markt bringt, stehen dem kleinen österreichischen Start-Up alle Türen der Welt offen. Letztendlich hat mich mein erster Eindruck letztes Jahr bei der Startsackerlabholung nicht getäuscht.
Nicht in die Wertung miteinbezogen habe ich das Design, weil dies doch sehr subjektiv ist. Mir persönlich gefällt das Design der Luma Active sehr gut. Die verschiedenen Farben sind auch genau mein Geschmack.
Gesamtnote: 1,5