Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und es wird schwierig sich weiter zu motivieren.
Dabei haben Herbst und Winter ihre eigenen ganz besonderen Reize beim Laufen. Der herbstliche Duft von nassem Laub, die wunderschönen Farben überall. Oder das Laufen in einem verschneiten „Winter Wonderland“, bei dem selbst der Wald kaum mehr einen Mucks von sich gibt. Das sind Momente die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Jedoch sollte man genau zu diesen Zeiten ein paar Dinge beachten. Hierzu meine persönlichen Tipps!


Tipp 1 - Sehen und gesehen werden

Einer der wichtigsten Punkte die man beachten muss. Gerade wenn die Tage kürzer werden, wird es immer schwieriger Zeit zu finden um bei Tageslicht zu laufen. Oder auch bei herbstlichem Nebel ist besondere Vorsicht geboten.
Sichtbarkeit ist insbesondere entlang von Straßen, die sich ja in den seltensten Fällen komplett vermeiden lassen, Lebensnotwendig.
Fast überall findet man im Herbst und Winter Reflektoren zum umbinden zu kaufen. Hat man keine, ist auch eine Warnweste aus dem Auto eine gute Alternative. Am besten sind jedoch immer noch LED-Bänder. Diese sind bereits zu sehen auch wenn das Licht der Scheinwerfer noch an uns vorbeileuchtet.
Um selbst sehen zu können, kommt man um eine Stirnlampe nicht herum. Günstige Modelle gibt es bereits ab 20€. Diese reichen zumeist um an der Straße zu laufen. Läuft man abseits der Straßen muss man etwas tiefer in die Tasche greifen um ausreichend Lichtstärke zu bekommen. Seit einem knappen Jahr neu am Markt, gibt es nun auch schon Stirnbänder und Hauben mit integrierter Stirnlampe und „Rücklicht“ von dem Hersteller „Luma Enlite“. Hierzu werde ich demnächst noch einen Testbericht verfassen.

Tipp 2 - passende Kleidung

Auch wenn es verlockend scheinen mag sich mollig warm einzupacken, sollte man immer bedenken dass es nach wenigen Minuten bereits wärmer wird. Am besten sollte es einem beim Loslaufen noch ein wenig kalt sein. Wenn man sich zu warm anzieht läuft man Gefahr zu überhitzen.
Je niedriger die Temperaturen, desto wichtiger wird eine Kopfbedeckung. Die meiste Wärmeenergie geht über den Kopf verloren.
Außerdem sollte man besonders bei Läufen zu dieser Jahreszeit auf Funktionskleidung achten. Zumindest die unterste Schicht, muss unbedingt die Feuchtigkeit abgeben. Die Haut sollte immer trocken bleiben um sich nicht zu Erkälten.
Kleines Beispiel von mir bei Minusgraden:
An den Beinen eine warme Funktionslaufhose. Obenrum Funktionsunterwäsche und eine dünne Laufjacke. Eine Haube, Handschuhe und ein Bandana um den Hals, welches nach Bedarf auch über den Mund gezogen werden kann. Sollte es sehr sehr kalt sein, habe ich mir noch ein Longsleeve Shirt unter der Jacke angezogen.
Insgesamt nicht viel, aber selbst bei unter -10° hat mir das gereicht.

Tipp 3 - Hakuna Matata

Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken sollte man sich besser nicht mehr zu sehr verausgaben. Wer nicht auf einen Winterbewerb hin trainiert, sollte sich mit Grundlagenläufen zufrieden geben. Außerdem ist gerade bei schönem Herbstwetter oder der schönen Winterlandschaft ein genüsslicher Lauf sowieso viel schöner ;-)

Tipp 4 - Der richtige Schuh

So schön Herbst und Winter auch sein können, eines kann man ihnen nicht absprechen. Sie sind nass und kalt. Gerade jetzt empfiehlt es sich ganz besonders zu einem GoreTex Laufschuh zu greifen. Sie sind zwar meist etwas schwerer aber halten den Fuß dafür schön trocken und die passenden Socken dazu auch noch warm.
Des Weiteren sind gerade bei Schnee und Eis Cross Laufschuhe eine große Hilfe. Man hat mehr Stabilität und verringert dadurch die Verletzungsgefahr.
Wer sich aber kein zusätzliches Paar kaufen möchte, kann natürlich auch Laufen, sollte dann aber etwas mehr aufpassen und nach dem Laufen schnell seine Füße wieder aufwärmen um eine unangenehme Erkältungspause zu vermeiden. Nass gewordene Schuhe ebenfalls gut trocknen. Am besten die Innensohlen herausnehmen und Schuhe und Sohlen an die Heizung stellen um Schimmelbildung im Schuh zu vermeiden.

Tipp 5 - Trinken nicht vergessen

Auch wenn es draußen nicht 35° hat, schwitzt man beim Laufen. Zu Beginn des Trainings kann man es kaum glauben, aber es kann warm werden. Daher sollte man vor allem bei längeren Ausläufen nicht auf die Trinkflasche/ den Trinkrucksack verzichten.

Tipp 6 - Motivation finden

Wenig Sonne, dadurch verfallen viele in eine etwas deprimierte Stimmung und haben erst recht keine Lust sich aufzuraffen und Laufen zu gehen. Dabei wäre Sport im Allgemeinen eigentlich die beste Lösung dagegen. Beim Sport werden nämlich viele Hormone ausgestoßen die munter und glücklich machen. Ganz zu schweigen von den positiven Auswirkungen auf unser Immunsystem, welches zu dieser Jahreszeit sowieso besonders gefordert ist.
Wem dieses Wissen nicht als Motivation reicht, kann sich auch mit anderen Verabreden. Wie auch das ganze Jahr über ist ein Laufpartner eine gute Motivationsspritze. Macht euch einen Tag in der Woche aus, an dem ihr fix zusammen laufen geht. Dort „Nein“ zu sagen ist meist schwerer als den Schweinehund zu überwinden. Auch ein Trainingsplan im Kalender eingetragen kann motivieren.
Und im Prinzip braucht man nur 1 Minute Motivation. Nämlich diese 1 Minute in der man aufsteht und sich seine Trainingsklamotten anzieht. Denn ich habe mich bisher noch nie wieder ausgezogen und auf die Couch gelegt wenn ich meine Laufkleidung einmal anhatte.

 

Wenn man diese Tipps beachtet, muss der Herbst nicht das Saisonende bedeuten. Geht raus, genießt die wunderbare Natur zu diesen besonderen Jahreszeiten und ihr werdet euch im Frühjahr schon wieder auf den Herbst freuen!